Kleiner Bericht aus dem Landesvorstand
Das größte Projekt des bisherigen Jahres war für den Landesvorstand sicherlich die Organisation und Teilnahme an der Anti-Atom-Menschenkette am 24.4. zwischen Brunsbüttel und Krümmel. Es ist uns gelungen, über 20 Grüne Busse mit über 1000 Menschen zur Kette zu schicken. Die 11 Flensburger Busse sind in dieser Rechnung nicht enthalten, da sie nicht ausschließlich Grüne Busse waren sondern vom Aktionsbündnis organisiert. Dass der Flensburger Kreisverband bei der Organisation entscheidend mitgewirkt hat - dafür dankt der Landesverband euch nochmal ganz herzlich!
Anfang Mai hatten wir dann unseren Landesparteitag in Husum. Unter dem Thema Gerechtigkeit Grün gestalten haben wir diverse Anträge diskutiert und wir haben gezeigt, dass wir es schaffen das gesellschaftliche Zusammenleben visionär zu gestalten und trotzdem die aktuelle finanzielle Lage der öffentlichen Haushalte nicht außer Acht zu lassen. Alle Beschlüsse findet ihr unter www.sh-gruene.de.
Der von der Landesregierung vorgelegte Haushaltssanierungsplan ist ein unausgeglichenes Paket an Einzelmaßnahmen und bringt ganze Regionen in Schleswig-Holstein in Existenzängste. Die Grüne Landtagsfraktion hatte bereits im März einen eigenes Haushaltskonzept vorgelegt (zu finden unter sh.gruene-fraktion.de) und wird nun die Regierungsvorschläge mit den von uns vorgeschlagenen Maßnahmen abgleichen. Neben einigen Dingen, die wir mittragen können, sagen wir aber auch umso deutlicher, dass z.B. der Bildungsbereich für uns kein Diskussionsgegenstand ist. Der Landesvorstand begleitet die Arbeit der Landtagsfraktion sehr eng und nimmt zudem an zahlreichen Demonstrationen (besonders im Bildungsbereich) teil.
Mit unserer glaubwürdigen und anspruchsvollen Politik sind wir derzeit stark im Aufwind und gewinnen viele neue Mitglieder hinzu. Alle “Neuen” laden wir herzlich am 21.6. um 18 Uhr zu unserem Neumitgliedertreffen nach Kiel ins Landeshaus und auf die Kieler Woche ein. Wer teilnehmen möchte, meldet sich bitte an bei Isabel Sadewasser: isabel.sadewasser@gruene.de.
Es gibt eine neue Landesarbeitsgemeinschaft: die LAG Medien und Netzpolitik. Das digitale Zeitalter macht eine politische Befassung mit den Themen Internet, Datenschutz, Urheberrecht etc. unumgänglich. Nun hat sich auch auf Landesebene eine Gruppe gefunden, die zu diesem Thema arbeiten möchte. Das nächste Treffen soll stattfinden am 13.7. um 19 Uhr in Kiel. Wer auf den Diskussions-Mailverteiler möchte, wende sich bitte an Dörte Schnitzler: doerte.schnitzler@gruene.de.
Machen wir uns auf in einen heißen und diskussionsreichen grünen Sommer!
Eure Marlene Löhr
Frauenarmut bekämpfen – Gleichstellung stärken
Zum 99. Internationalen Frauentag am 8. März erklären die Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Marlene Löhr, und die frauenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, Marret Bohn:
Marlene Löhr:
Frauen sind in unserer Gesellschaft überdurchschnittlich von Armut betroffen. Der Frauenanteil im Niedriglohnsektor liegt bei fast 70 Prozent – obwohl die meisten Frauen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder sogar ein Studium haben. Frauen verdienen in Deutschland immer weniger als Männer. 2008 lag der Verdienst von Frauen 23,2 Prozent unter dem von Männern, Tendenz steigend. Damit liegt der Abstand deutlich über dem EU-Durchschnitt von 18,0 Prozent. Ein flächendeckender Mindestlohn von wenigstens 7,50 Euro würde deshalb besonders Frauen zugute kommen.
Wir brauchen endlich eine eigenständige Existenzsicherung für Frauen, um das gesetzlich zementierte Abhängigkeitsverhältnis von Frauen gegenüber Männern zu durchbrechen. Außerdem sollte heute keine Frau mehr vor die Wahl „Kind oder Karriere“ gestellt werden: Wir Grüne machen uns stark für den zügigen Ausbau von Kitas, um die bedarfsgerechte Versorgung mit Ganztagesplätzen und U-3 Plätzen flächendeckend sicherzustellen.
Diese Lösungsansätze haben nicht nur eine direkte Wirkung auf die Gleichstellung von Frauen und Männern, sondern wirken auch indirekt, um die Altersarmut von Frauen zu bekämpfen.
Marret Bohn:
Für uns bedeutet Gleichstellungspolitik moderne Gesellschaftspolitik. Die kommunale Gleichstellungsbeauftragte und die Beratungsstellen „Frau und Beruf“ sind wichtige Anlaufstellen. Hier darf die schwarz-gelbe Koalition nicht an der falschen Stelle sparen.
Sturmflut
Das Telefon stand seit Donnerstag nicht mehr still. Ein Hype ist ausgebrochen, und ich bin mitten drin. “Jüngste Landesvorsitzende” wurde mir teils staunend, teils kritisch entgegen gebracht. Größter Punkt an der sich anscheinend viele abarbeiten müssen, ist die Frage, wie man so früh Vorsitzende werden kann und ob junge Leute schon so viel Verantwortung tragen können. Beide Fragen haben in ihrer vorgetragenen Vehemenz wiederum mich erstaunt. Wenn es tatsächlich in Deutschland eine solche Aufregung auslöst, wenn ein junger Mensch in der Politik auch mal Verantwortung übernimmt, dann scheint etwas grundlegend verkehrt zu laufen.
Nach 2,5 Jahren als Beisitzerin war mein Schritt zum Vorsitz wohl überlegt. Ich traue mir dieses Amt zu, gerade deshalb weil ich jünger bin. Ist es nicht gerade die Vielfalt der Perspektiven, die Debatten reicher machen? Dazu möchte ich beitragen. Ich habe nicht vor Klientelpolitik zu machen und die Parteipersepktive nur auf junge Menschen zu lenken. Ich möchte eine junge Perspektive in ein Politikangebot einzubringen, welches die Grüne Partei allen Menschen macht.
Bei den Grünen ist der Generationenwechesl voll im Gang und ich hoffe sehr darauf, dass auch die anderen Parteien die Zeichen der Zeit erkennen. Zumindest der Landtagspräsident Thorsten Geerds scheint erkannt zu haben, dass man junge Leute einbinden muss, um Politik nicht zu einem abgecharterten Spiel von 50-jährigen Langzeitfunktionären zu machen. Gerne sind wir Grüne auch dieses mal für die anderen Parteien Vorbild und zeigen, wie man auf die Vielfalt der Akteure setzen kann, um daraus ein zukunftsfähiges Politikangebot zu entwickeln.



