Schleswig-Holstein ist Energieland und insbesondere die erneuerbaren Energien sind Schnittstelle für Schleswig-Holsteins Energieversorgung, Wirtschaft und Infrastrukturplanung. Am kommenden Samstag (14.05.) werden wir in die zweite Runde unserer Landtagswahl-Programmforen einsteigen und die Bereiche Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Tourismus diskutieren. Es warten spannende Workshops und interessante ReferentInnen. Die Ergebnisse werden wir in unseren Programmerstellungsprozess einfließen lassen.
Grüne Technologien: Eine Chance für Zusammenarbeit, Innovation und Veränderung
Beitrag von der Young Leaders in Dialogue Konferenz in Prag, ausgerichtet von U.S. State Department.
Podiumsteilnehmer:
Martin Bursik, ehemaliger tschechischer Umweltminister
Fabian Hillairet, Clean Technologies Manager, E-mobilty, CEZ
Ondrek Sramek, Public Affairs Manager, Knauf Insulation
Neben dem ehemaligen tschechischen Umweltminister haben zwei Firmen grüne Technologien präsentiert: Ein Stromversorger, der sich intensiver mit Elektroautos beschäftigt und eine Firma, die Häuser saniert und dämmt.
Besonders die Präsentation von Ondrek Sramek hat einige interessante Gedanken und Infos enthalten, unter anderen hat sie das Problem der Energieintensität von Gebäuden sehr deutlich gemacht hat. 38,7% des EU-Energieverbrauches geht in Häuser, durch ökologische Sanierung können bis zu 90% eingespart werden. Weitere positive “Nebeneffekte” der Gebäudesanierung wären die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Geldersparnis der Haushalte [Geld, das dann anderswo investiert oder gespart werden könnte]und die Erhöhung der Energiesicherheit (wenn ich nicht mehr so viel Energie brauche, dann bin ich auch nicht mehr so abhängig von ausländischen Importen).
Sramek hat deutlich gemacht, dass sich die meisten Staaten in einem wirtschaftlichen Teufelskreis befinden, der gebrochen werden muss, um das Klimaproblem angehen zu können.
Mit einer wachsenden Wirtschaft wird auch mehr Energie verbraucht. Zum jetzigen Zeitpunkt heißt mehr Energieverbrauch, dass das Risiko steigt, diesen Bedarf decken zu können, da viel unserer Energie (Öl, Gas, Kohle, etc.) importiert ist.
Die Frage ist jetzt wie man den Teufelskreis durchbrechen kann. Sramek hat dabei das Beispiel Dänemarks angeführt, welches seit gut 20 Jahren seinen Endenergieverbrauch auf einem konstanten Level hält und trotzdem ein Wirtschaftswachstum auf EU-Durchschnitt generiert.
Quelle: Eurostat
Zum Schluss ging es dann einer Diskussionsrunde nochmal um verschiedene Themen, folgenden Gedanken zu E-Mobiltät und einen Linktipp habe ich mitgenommen:
Warum wird bei Elektroautos immer Akku und Auto zusammengedacht? Wäre es nicht viel effizienter, den Besitz von Batterie und Auto zu trennen und zum tanken an der Tankstelle einfach den Batterieblock auszutauschen? (Einwand von Fabian Hillairet: Die europäischen und amerikanischen Hersteller würden sich nie auf eine standardisierte Batterie einlassen, die in alle Autos passt).
Linktipp: Das Beratungsunternehmen hat einen Bericht über die Kosten der Verringerung des C02-Ausstoßes verfasst, der lesenswert ist. (Englisch)
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Auf dem Weg zu 100% Erneuerbaren Energien
Bericht von der Internationalen Konferenz zur Europäischen Energiepolitik der Heinrich-Böll-Stiftung.
Podium: Auf dem Weg zu 100% Erneuerbaren Energien? Potentiale und Instrumente für eine europäische Energiewende.
Teilnehmer:
Claudes Turmes
- stellv. Vorsitzender der Grünen im Europaparlament, Energieexperte
Michele Schreyer
- war Mitglied der Europäischen Kommission, jetzt Vizepräsidentin der Europäischen Bewegung e.v.
Arne Mogren
- Vizepräsident für Klimapolitik, Vattenfall AB
Christian Hey
- Sachverständigenrat für Umweltfragen
Das Podium ist der Einstieg in die Konferenz und soll einen Überblick über zu diskutierende Themen geben. Der Fokus
der Runde lag vor allem auf den Potentialen der Eneuerbaren Energien in Europa.
Christian Hey vom Sachverständigenrat für Umweltfragen begann mit der Darstellung mehrerer Szenarien, die für den Umweltrat gerechnet wurden. Alle Szenarien gehen davon aus, dass eine 100% Versorgung mit erneuerbaren Energien bis 2050 möglich sein wird. Hey stellte dar, dass eine nationale Selbstversorgung mit Erneuerbaren möglich wäre,
allerdings sehr teuer sein würde. Eine Kooperation mit den Skandinavischen Staaten sorge preistechnisch schon dafür, dass eine Versorgung mir erneuerbaren Energien deutlich günstiger würde. Generell ist aber zu erwarten, dass der Preis für Strom mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich sinken wird (national 12 cent/KWh – kooperativ 6 cent/KWh). Rückschrittlichster Bereich im der deutschen und europäischen Energiepolitik ist nach Hey das Feld der
Energieeffizienz. Von dem Engagement in diesem Bereich hinge auch der zukünftige Strompreis maßgeblich ab.
Die bereits historisch hohe Bedeutung von Kooperation im Energiebereich auf EU-Ebene stellt Michele Schreyer dar. Mehrmals in der Vergangenheit habe man festgestellt, dass energiepolitische Fragen in bestimmten Bereichen nicht alleine angegangen werden können (EGKS, Euratom). Lichtblick für eine solche Kooperation auch im Bereich der Erneuerbaren Energien sei die nun seit dem Lissabonvertrag bestehende Zuständigkeit der EU für Energiefragen. Hier gibt es nun die Möglichkeit, dass die EU Richtlinien für diesen Bereich erlässt und somit den Ausbau der Erneuerbaren europaweit regelt und fördert.
Arne Mogren präsentierte Vattenfallzahlen zu dem Thema und zeigte, dass die EU bis 2030 42% ihrer CO2-Emissionen reduzieren müsste, um den Weg zu 80% Reduktion bis 2050 erfolgreich beschreiten zu können. Um dies erreichen zu können, müssten wir den gesamten Heizsektor sowie den Transportsektor komplett elektrifizieren. Desweiteren müssten die Investitionen in den Bereich der Erneuerbare Energien sich bis 2025 verdoppeln.
So schwarz sieht Claude Turmes (stell. Vorsitzender der Grünen im Europaparlament) unsere heutige Perspektive auf dem Weg zu 100% nicht. Wir seien schon lange auf dem Weg, mehr als 60% aller Neuinvestitionen im Stromsektor der EU wurden 2009 in dem Bereich der Erneuerbaren Energien getätigt. Der Umbau vom fossilen zum erneuerbaren Zeitalter sei Mitten im Gang. Beschleunigen könne man diesen jetzt noch über Richtlinien der Eu. Eine 100% Versorgung mit Erneuerbaren ist für ihn keine Unmöglichkeit und er kündigte für die nächsten Monate mehrere Studien wichtiger deutscher Beratungsfirmen an, die diese Sichtweise bestätigen.
Ein wunderbares Beispiel hatte er für die Skeptiker, die Erneuerbaren vor allem ihre Schwankung in der Erzeugung vorwerfen. Wenn Barcelona gegen Bayern im Championsleague Endspiel antritt, dann sitzen 30 Millionen Europäer vor dem Fernseher. Je nach Spielverlauf und Nachspielzeit müssen die Kraftwerke es zu einem unbestimmbaren Zeitpunkt ausgleichen, dass auf einmal viele Menschen den Kühlschrank benutzen (um Bier zu holen) und die Toilette benutzen. Dieses Spannungsschwankungen auszugleichen sei eine weitaus größere Leistung, als “schwankende” Erneuerbare einzuspeisen, die sehr voraussehbar und nicht so massiv auftreten würden.
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Ein Tag an der Uni
Tag 5 in den USA
Den heutigen Tag haben wir an der Universität von Colorado in Boulder verbracht und drei sehr interessante Vorträge gehört.
Nach einer Begrüßung und kurzen Einführung in die Greening Strategy der Universität von deren Präsident Philip DiStefano, beschäftigte sich der erste Vortrag von Dr. William Boyd mit den Aussichten für zukünftige internationale und US- Klima- und Energiepolitik. Boyd hat zunächst einen kurzen Überblick über die Klimaverhandlungen aus einer US-Perspektive gegeben. Demnach hatte die USA insbesondere 2 Probleme Kyoto beizutreten: 1) Kyoto hat keinen langfristigen Strategieplan zum Umgang mit dem Klimawandel vorgesehen und 2) die Entwicklungsländer hatten unter dem Kyoto-Protokoll keine Verpflichtungen zur Reduzierung von Emissionen. 1997 gab es dann eine Resolution im US Senat, die festgelegt hat, dass die USA keinem internationalen Klimaabkommen beitreten wird, in dem Entwicklungsländer keine Reduktionsverpflichtungen eingehen. Somit war schon in diesem Moment klar, dass die USA das Kyoto-Protokoll niemals ratifizieren werden. Dennoch haben sie weiter mit verhandelt. Mit dem Amtsantritt von George W. Bush 2001 haben sich die USA dann ganz aus dem Kyoto-Prozess zurück gezogen.
Vor diesem Hintergrund wird klar, warum die USA für ein Post-Kyotoabkommen keine Verlängerung des Protokolls wollen, sondern wenn überhaupt etwas globales, dann ein neues System.
Mit dem sogenannten „Copenhagen Accord“ – dem Abschlusspapier der Klimakonferenz von Kopenhagen – sind wir davon allerdings weit entfernt. Die einzige Aufgabe dieses Papieres ist es, die Reduktionsziele der einzelnen Staaten abzufragen. Die USA haben – wie schon auf der Konferenz – 17% weniger als 2005 angekündigt. Da normalerweise 1990 als Basisjahr in den internationalen Klimaverhandlungen benutzt wird: Dies bedeutet 0% CO-Reduzierung gegenüber dem Ausstoß von 1990.
Dieses neue System welches die USA wollen, wird nach den Entwartungen von Boyd kein multilaterales werden, sondern wahrscheinlich eher ein Abkommen zwischen den größten Emittenten, die dann wiederum bilateral Abkommen mit den Entwicklungsländern schließen.
Der zweite Vortrag des Tages beschäftigte sich mit „Natural Capitalism Solutions“ und wurde von der Firmengründerin Hunter Lovins gehalten. In vielen beeindruckenden Beispielen hat sie uns gezeigt, dass die Entwicklung einer grünen Wirtschaft in den USA nicht aus Washington angestoßen werden wird, sondern von dem Firmen selber gemacht wird. Und das alles aus einem ganz einfachen Grund – weniger (Rohstoff)verbrauch = weniger Ausgaben = mehr Profit. Neben Firmen wie Walmart sind auch viele Regionen in den USA und Kanada auf dem Weg in eine grünere Zukunft. So hat beispielsweise Ontario in Kanada beschlossen alle 15 Kohlekraftwerke nacheinander stillzulegen und mit Erneuerbaren Energien zu ersetzen.
Besonders interessant fand ich die Innovation von Shai Agassi, Gründer von Better Place. Dieser versucht gerade in einem Modellprojekt mit Dänemark und Israel Elektomobilität weiter voranzutreiben. Die Idee ist, dass die Elektroautos sehr günstig an interessierte Menschen verkauft werden. Zudem werden Aufladestationen gebaut, die so funktionieren, dass man mit dem Auto in diese Station reinfährt und in der gleichen Zeit, in der man sonst Benzin tanken würde, wird hier der Akku gewechselt. So hat man durch das Fahren eines Elektroautos keine zeitlichen Nachteile, allerdings ist man an die Aufladestationen von Better Place gebunden. Auf jeden Fall ein Projekt, dessen Entwicklung man beobachten sollte…
Nach diesem beiden Vorträgen gab eine eine Besichtigungstour der University of Colorado. Da sich auch diese Universität auf den Weg hin zu einer umweltfreundlichen Uni gemacht hat, sollten uns hier die ersten Schritte der Universität gezeigt werden. Besonders wird hierbei der Fokus im Moment auf die Abfallerzeugung gelegt und es wird versucht, nur noch recyclefähige Materialien zu benutzen. Das klappt meist nicht so gut, wie der gute Herr, der uns rumgeführt hat, erzählen wollte, aber immerhin tut sich was an der Uni. Ebenso ist die Anzahl der Fahrräder, die vor der Tür parken und die zu einem wahren Schwall an stolzen Hinweisen geführt haben, für Europäer oftmals nicht vielmehr als ein müdes Lächeln wert.
Roger Pielke‘s Vortrag über “Simple math and complex politics: what’s next after Copenhagen“ war dann der letzte des Tages. Und irgendwie waren auch alle schon ein bisschen müde. Pielkes Ansatz ist es zu gucken, welche mathematischen Faktoren den Klimawandel beeinflussen und an welchen Schrauben man konsequenterweise drehen muss und kann. Am meisten gestört hat mich an dem Vortrag, dass zum einen einige zukünftige Entwicklungen meiner Meinung nach nicht mit eingespeist wurden und dass sein Lösungsversuch ausschließlich auf Technik setzt. Ich glaube, dass im langfristigen Blick auch eine Verhaltunsveränderung durch verstärkte Bildung in diesem Bereich durchaus zum Klimaschutz beitragen kann. Zudem müssen wir nicht nur neue Technik bauen und erfinden. Würde man zum Beispiel den ÖPNV in Deutschland massiv ausbauen und Autos in Städten überflüssig machen, dann würde auch das zum Klimaschutz beitragen.
Der Abend ging zu Ende mit einer sogenannten „Euronight“, welche an der Universität als monatlichen Event etabliert werden sollen. Unsere Gruppe war sozusagen der Auftakt dafür. Außer uns waren aber nicht viele Leute da. Diejenigen, die gekommen waren, waren zum größten Teil asiatischer Abstammung. Trotz der wenigen Teilnehmer gab es viele interessante Unterhaltungen.
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Im Dialog mit Amerika
Ja, Ja, gestern habe ich noch über die “katastrophalen” Schneemengen in Washington gewitzelt. Heute morgen war ich dann die erste, die sich vor dem Hotel auf glatter Straße hingelegt hat. Trotz dieses kleinen Ausrutschers zu Beginn war der Tag jedoch ein voller Erfolg. Es gab jede Menge interessanter Unterhaltungen und Termine und auch die Gruppe findet allmählich zueinander.
Nach einer allgemeinen Einführung war der erste Termin der Klimagruppe ein Treffen im Department of Energy (Energieministerium) mit Rick Duke, zuständig für Klimapolitik und internationale Beziehungen. Die Abteilung für Klimapolitik ist erst unter der Obama-Regierung entstanden und dem entsprechend wirkte auch der gute Mr. Duke recht neu in seiner Agumentationswelt. Dennoch war das Treffen sehr interessant, vor allem weil sehr deutlich geworden welch große Bedeutung dem Senat zugeschrieben wird. Unschön ist, dass durch diese Erfurcht vor der Entscheidung der Senatoren eine ängstliche Aversion gegen neues und unkonventionelles Denken zu existieren scheint. Neben dem stetigen Verweis auf die tollen Erfolge der einzelnen Bundesstaaten im Kampf gegen den Klimawandel (und der unausgesprochenen Schlußfolgerung, dass dies Handlungsdruck von der Bundesebene nimmt), ist es auch nicht verwunderlich, dass Obama und seine Energieexperten Atomkraft weiterhin als eine wichtige Energiequelle im Kampf gegen den Klimawandel ansehen und auch CCS (Carbon Capture and Storage) als essentieller Teil der Werkzeuge betrachtet wird, um die Wirtschaft zu Klimafreundlicher zu gestalten.
Das zweite Klimatreffen des Tages fand dann beim Natural Resources Defense Council (NRDC, Rat zur verteidigung natürlicher Rohstoffe). Das NDRC ist hauptsächlich eine amerikanische NGO, hat jedoch einige Büros auch im Ausland (z.B. in Peking). Hauptziel ist die Mitwirkung an der Willensbildung der amerikanischen Zivilgesellschaft und der Abgeordneten in Fragen von Umweltschutz und Klima. Der dortige Klimaexperte Jake Schmidt war nicht der Meinung dass ein bindendes Abkommen bis 2012 erreicht werden kann, dass dies jedoch auch nicht wirklich notwendig sei. Wichtig sei vor allem, dass die USA endlich einen Schritt vorwärts macht und sich zu einem ausreichenden Teil für CO2-Reduktionen verantwortlich zeichnet. Warum dafür kein Vertrag notwendig sei und wie man eine solche Zusage im Zweifel einfordern kann blieb allerdings unklar.
Interessant ist, dass das Pentagon in einer kürzlich vorgestellten Studie Klimawandel als potentielle Bedrohung der nationalen Sicherheit eingestuft hat und dem Thema somit seitdem in den USA eine weitaus fundamentalere und weitreichendere Bedeutung zukommt.
Insgesamt hat der Tag heute gezeigt, dass es noch einige Meinungsverschiedenheiten über den Begriff “Green Energy” gibt (gehört CCS dazu?) und dass die USA sich sehr viel mehr in der Führungsrolle sehen als sie von außen wahrgenommen werden. Alleine Obamas Ankündigung, den Kampf gegen den Klimawandel zur Chefsache zu machen, stellt ihn jedoch bisher auf kein besseres Level als Merkel. Erst wenn er wirklich effektive Maßnahmen implementiert bzw. weitreichende (und verbindliche!) internationale Zusagen macht, kann er Europa unter Zugzwang bringen. Unterdessen wird allerdings lieber die Zusammenarbeit mit China und Indien ausgebaut, denn dort hat die USA ihren Führungsbonus noch nicht total verspielt…
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Kopenhagen will bis 2025 klimaneutral werden. Ein Vorbild für deutsche Städte?
Einige Monate bevor Kopenhagen Gaststadt der Klimakonferenz COP 15 ist, hat sich die Stadt selbst ambitionierte Klimaschutzpläne gesetzt. Bis 2015 sollen 20% CO2 eingespart werden, 2025 will Kopenhagen klimaneutral werden. Die geplanten Einsparungen und Maßnahmen sind folgendermaßen geplant:
- Energieerzeugung: jährlich 375 000 Tonnen CO2 sparen. Dazu soll vor allem in Windenergie in und um Kopenhagen investiert werden, um so Schritt für Schritt Kohlekraft zu ersetzen.
- Gebäudebau und – sanierung: jährlich 50 000 Tonnen CO2 sparen. Dies vor allem durch energetische Sanierung von Schulen, öffentlichen Gebäuden und Sporthallen.
- Transport: jährlich 50 000 Tonnen CO2 sparen; Förderung von Autos, die auf Elektro- und Wasserkraftbasis fahren.
- EinwohnerInnen: jährlich 20 000 Tonnen CO2 sparen. Hier soll vor allem auf Bildungsmaßnahmen gesetzt werden. “We are raising a new climate-aware generation”.
- Stadtplanung: jährlich 5 000 Tonnen CO2 sparen, vor allem durch den Bau von Häusern mit dem niedrigsten Energieverbrauch der möglich ist.
- Hinzu kommt das Einrichten von sog. Minipark als “Lungen der Stadt
Für den ersten Teil des Klimaplanes – 20% Reduktion bis 2015 – wurden 50 verschiedene Aktionen und Initiativen entwickelt, die nach und nach umgesetzt werden sollen. Unter anderem sollen alle Hausdächer in Kopenhagen mit einer Wärmebi
ldkamera fotografiert werden, um so den EinwohnerInnen zu zeigen, wo sich Solaranlagen besonders lohnen (Ähnlicher Vorschlag wurde von den Grünen in Flensburg bereits für Flensburg gemacht). Um bei Kindern ein Bewusstsein für Klima- und Energiefragen zu schaffen, werden verschiedene Mitmach-Aktionen initiert. So wurde zum Beispiel heute (18.9.09) ein riesiger Windturbinenflügel auf dem Rathausplatz platziert. Auf diesem konnten die Kinder ihren Handabdruck hinterlassen. Passanten und Eltern wurden über die Klimapläne der Stadt informiert und konnten ganz konkret eine neue Art von Miniwindkraftanlagen bewundern, die gleich mehrfach auf dem Platz aufgestellt waren.
Ein weiteres Beispiel: Bis Anfang Dezember 2009 soll die gesamte Straßenbeleuchtung mit Halogen- und LED- Licht betrieben werden. Dies soll 30-40% an CO2-Emmissionseinsparung bringen und wird am 07.12. für die EinwohnerInnen erfahrbar gemacht – durch Lichttouren in Kopenhagen bei Nacht.
Auf der Internetseite der Kampagne werden die KopenhagenerInnen viele Hintergrundinfos und Asukünfte gegeben. Unter anderem ist dort erklärt was es mit einem CO2-Fussabdruck auf sich hat. Dort sind auch zahlreiche Vorbildprojekte genannt und werden vorgestellt. Unter anderem das Projekt der Vanløse Schule, welches als Musterprojekt bis 2015 CO2-neutral sein soll und die im Unterricht sehr viel darauf setzt, den Kindern ein Bewusstsein für Energie und Umwelt zu vermitteln.
Die Vielfalt der Projekte im Klimaplan von Kopenhagen ist beeindruckend. Vor allem weil sehr kreativ und intelligent versucht wird, mit verschiedenen Aktionen alle Bevölkerungsgruppen anzusprechen und sie einzubeziehen. Jedoch hat Kopenhagen gerade im Verkehrssektor einen riesigen Trumpf im Ärmel: Das Fahrradwegenetz ist für deutsche Verhältnisse vorbildlich ausgebaut und wird auch dementsprechend genutzt. Während in anderen Städten die Rush-Hour auf der Straße stattfindet, passiert dies in Kopenhagen auf dem Fahrradweg. Darauf wurde in der Verkehrsleitung reagiert, und nun sind viele Ampel nach den Radfahrern getaktet und nicht mehr nach den Autos…
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